Institut

Das Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) ist ein neues Forschungsinstitut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, das mit dem erklärten Ziel, digitale Methoden und Ansätze in den geisteswissenschaftlichen Disziplinen zu fördern, gegründet wurde. Das ACDH unterstützt digital arbeitende Forscher in vielfältiger Weise. Es betreibt ein Repositorium für digitale Sprachressourcen, es hostet und publiziert digitale Daten, entwickelt Software und arbeitet an einem dicht geknüpften Netz spezialisierter Wissenszentren, das der Forschungsgemeinschaft mit Rat und Tat zur Seite steht.

Das ACDH ist ein Spin-off des Instituts für Corpuslinguistik und Texttechnologie und betreibt Forschung in den digitalen Geisteswissenschaften. Es ist aus dem ACDH-Project, einer von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und dem Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft gemeinsam gestarteten Initiative zum Aufbau digitaler Infrastrukturen für die Geisteswissenschaften, entstanden. Um diesen Bemühungen entsprechende Nachhaltigkeit zu verleihen, hat das Präsidium der ÖAW im Jahr 2014 beschlossen, ein neues Institut an der Akademie ins Leben zu rufen. Nach der Zustimmung durch den Akademierat nahm das ACDH Anfang 2015 als 29stes Institut der Akademie seine Arbeit auf. Das Institut arbeitet eng mit der Karl-Franzens-Universität in Graz (Zentrum für Informationsmodellierung – ACDH) und der Universität von Wien zusammen und formt mit diesen einen Verbund von Kompetenzzentren, in dem sich das ACDH-ÖAW auf text- und sprachbezogene Technologien konzentriert. Laufende Projekte fokussieren non-standard und historische linguistische Varietäten sowie die eLexikography.

Als österreichischer Koordinator für beide in den Geisteswissenschaften angesiedelten Infrastrukturkonsortien CLARIN-ERIC und DARIAH-EU, die aus der ESFRI-Roadmap hervorgegangen sind, fungiert das ACDH als österreichische Drehscheibe für eine breite Palette von DH-Aktivitäten auf der institutionellen, lokalen und internationalen Ebene. Das Institut ist darum bemüht, durch die Bündelung von Expertise und Ressourcen den Aufbau digitaler Infrastrukturen für die Geisteswissenschaften in Österreich voranzutreiben und durch die Vernetzung mit Partnerinstitutionen und Infrastrukturinitiativen möglichst viele Synergien fruchtbar zu machen. Seine Mitarbeiter haben in den letzten Jahren aktiv an der Entwicklung wichtiger Infrastrukturkomponenten (wie beispielsweise der Component Metadata Infrastructure, der CLARIN Identity Federation oder der Federated Content Search) mitgewirkt.